Stellvertretende Haftung in Geschäftsbeziehungen

Unter stellvertretender Haftung versteht man die Haftung, die einer Partei aufgrund von Handlungen einer anderen Partei auferlegt wird.

Die Bedeutung der stellvertretenden Haftung

Unter stellvertretender Haftung versteht man die Haftung, die einer Partei aufgrund von Handlungen einer anderen Partei auferlegt wird. Sie beruht nicht auf Fahrlässigkeit. Die stellvertretende Haftung wird auch als kalkulatorische Haftung bezeichnet.

Eine Frage der Kontrolle

Die stellvertretende Haftung ergibt sich aus einem besonderen Verhältnis, das zwischen zwei Parteien besteht. Typischerweise übt eine Partei eine Art Kontrolle über die zweite Partei aus. Die kontrollierende Partei kann haftbar gemacht werden, wenn die zweite Partei fahrlässig handelt und versehentlich einen Dritten verletzt.

Die stellvertretende Haftung ist eine Art Gefährdungshaftung, d.h. sie beruht nicht auf Verschulden. Eine Partei kann für eine Verletzung stellvertretend haftbar gemacht werden, obwohl sie persönlich nichts falsch gemacht hat.

Geschäftsbeziehungen

Es gibt eine Reihe von Geschäftsbeziehungen, die zu einer stellvertretenden Haftung führen können. Hier sind einige Beispiele:

Arbeitgeber-Mitarbeiter

Der Arbeitgeber kann stellvertretend für Fahrlässigkeit seiner Mitarbeiter haftbar gemacht werden. Die Haftung des Arbeitgebers ergibt sich aus einer Rechtstheorie namens respondeat superior (lateinisch für „let the master answer“). Das Arbeitsverhältnis wird oft als Dienstnehmer-Master-Beziehung bezeichnet. Dies liegt daran, dass der Arbeitgeber (Master) die Kontrolle über seine Mitarbeiter (Diener) hat. So können Arbeitgeber von Dritten verklagt werden, die bei Unfällen durch fahrlässige Mitarbeiter verletzt wurden.

Partnerschafts-Partner

Partner handeln im Namen einer Partnerschaft. So kann eine Personengesellschaft für Fahrlässigkeit eines Partners stellvertretend haftbar gemacht werden. So lässt beispielsweise ein Partner einer Anwaltskanzlei fahrlässig ein Verlängerungskabel über seinem Büro hängen. Ein Kunde, der das Büro besucht, fährt über die Schnur und bricht sich das Bein. Bei Eintritt des Unfalls übte der Partner (die fahrlässige Partei) seine Tätigkeit als Rechtsanwalt zugunsten der Gesellschaft aus. Folglich kann die Gesellschaft für den Schaden des Kunden stellvertretend haftbar gemacht werden.

Unternehmensleiter oder Geschäftsführer

Die Unternehmensleitung und die leitenden Angestellten nehmen ihre Aufgaben im Namen der Gesellschaft wahr. Folglich kann eine Gesellschaft für Fahrlässigkeit ihrer Geschäftsführer und leitenden Angestellten stellvertretend haftbar gemacht werden.

Fahrzeughalter – Berechtigte Benutzer

Die stellvertretende Haftung kann für einen Fahrzeughalter gelten, der einer anderen Person (genannt ein freizügiger Benutzer) erlaubt, das Auto zu fahren. Angenommen, Steve besitzt ein Auto, das er Bart leiht. Während er Steves Fahrzeug fährt, verursacht Bart versehentlich einen Unfall, bei dem Lisa verletzt wird. Als Fahrzeughalter kann Steve Lisa gegenüber stellvertretend für ihre Verletzung haftbar gemacht werden.

Allgemeine Haftungsrichtlinien

Mit Ausnahme von Einzelunternehmen können Unternehmen keine Handlungen selbst vornehmen. Sie handeln nur über ihre Mitarbeiter, Führungskräfte und andere Schlüsselpersonen. Unternehmen sind durch eine allgemeine Haftpflichtversicherung für ihre stellvertretende Haftung für fahrlässiges Handeln dieser Personen abgesichert.

Die Haftung für Personen- oder Sachschäden umfasst Beträge, zu deren Zahlung der Versicherte aufgrund von Personen- oder Sachschäden gesetzlich verpflichtet ist. Die gesetzliche Verpflichtung des Versicherten ist gedeckt, unabhängig davon, ob sie auf eigenes oder fremdes Verschulden zurückzuführen ist. Wenn Ihr Unternehmen im Rahmen einer allgemeinen Haftpflichtversicherung versichert ist, ist es für seine stellvertretende Haftung für Fahrlässigkeit seiner Mitarbeiter, Freiwilligen und anderer Personen, die in seinem Namen handeln, versichert.

Kommerzielle Auto-Policies

Wenn Sie eine gewerbliche Kfz-Versicherung abgeschlossen haben, sollte Ihr Unternehmen in den Erklärungen als der genannte Versicherte aufgeführt sein. Als namentlich Versicherter ist Ihr Unternehmen für seine stellvertretende Haftung bei Unfällen, die sich aus der Nutzung eines gedeckten Fahrzeugs ergeben, versichert. Die Autos, die als abgedeckte Autos gelten, hängen von den Symbolen ab, die in den Deklarationen erscheinen.

Die Autoversicherung deckt die gesetzliche Verpflichtung Ihres Unternehmens zum Ersatz von Personen- oder Sachschäden durch einen Unfall, wenn der Unfall auf die Verwendung eines gedeckten Fahrzeugs zurückzuführen ist. Ihre rechtliche Verpflichtung ist gedeckt, unabhängig davon, ob sie sich aus der fahrlässigen Nutzung eines Autos (wenn Sie ein Einzelunternehmen sind) oder der Fahrlässigkeit eines Mitarbeiters oder eines anderen zulässigen Nutzers ergibt.

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